{"id":661,"date":"2013-12-06T15:14:44","date_gmt":"2013-12-06T13:14:44","guid":{"rendered":"https:\/\/fremdlesen.de\/?p=661"},"modified":"2013-12-06T15:14:44","modified_gmt":"2013-12-06T13:14:44","slug":"wie-der-weihnachtsmann-mich-zum-scheidungskind-machte","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/fremdlesen.de\/?p=661","title":{"rendered":"Wie der Weihnachtsmann mich zum Scheidungskind machte"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Eigentlich bin ich unschuldig. Woher sollte ich auch ahnen, was mein Plan anrichten w&#252;rde? Doch fangen wir vorne an.<br \/>\nIch hatte die Nase voll und wollte endlich wissen, wer hinter dem Weihnachtsmann steckt. Bevor ich mein erstes Smartphone erhalten sollte, musste ich einfach das Geheimnis l&#252;ften. Mir war schon seit l&#228;ngerem klar, dass es total unlogisch ist, dass der Weihnachtsmann per Schlitten (!), der von Rentieren (!!) gezogen werden soll, die gesamte Welt (!!!) mit Geschenken versorgt. Vor allem &#8230; alles in einer Nacht. Extrem unrealistisch, wenn man bedenkt, dass ich bereits per Rad zu meiner Lieblingseisdiele mindestens 15 Minuten brauche. Ich glaube kaum, dass Rentiere das &#228;ndern w&#252;rden. So was k&#246;nnen sie den Blagen erz&#228;hlen.<br \/>\nOder nehmen wir mal diese unendliche Freundlichkeit! Auch ein Weihnachtsmann muss doch mal ausrasten. Zum Beispiel, weil ein Rentier falsch abbiegt oder ein Kamin zu verwinkelt ist. Nein, stattdessen w&#252;rde der sogar mit gebrochenen Beinen durch den Kamin rutschen und sagen &#8222;Ho ho ho, ich bin der Weihnachtsmann. Warst Du auch artig, lieber Peter?&#8220; &#8230; Wtf!<br \/>\nDas stank bis zum Himmel. Ich musste herausfinden, was es mit dem Freak auf sich hat. Au&#223;erdem hat er mir letztes Jahr ein total bl&#246;des Puzzle geschenkt. Das schrie nach Rache.<!--more--><br \/>\nMein Plan war folgender: Ich wei&#223;, dass der Weihnachtsmann immer eine rote Nase hat. Aus diversen Galileo-Folgen lernte ich, dass es nur am massiven Alkoholkonsum liegen kann. Also stellte ich in der Nacht zu Heilig Abend eine Flasche Cognac der feinsten Sorte aus der ach-so-geheimen Minibar meines Vater auf den Gabentisch. In die Flasche packte ich einige Schlaftabletten meiner Mutter. Die braucht die manchmal, weil Papa, Zitat, so &#8222;schnarchen w&#252;rde, wie andere furzen&#8220;. Ich ging nun davon aus, dass der Weihnachtsmann nach Abladen der (hoffentlich teuren) Geschenke die Flasche sehen w&#252;rde und sich direkt einen herzhaften Schluck genehmigt &#8230; einen f&#252;r den Weg quasi. Dann schleiche ich mich nachts heimlich an ihn ran und kontrolliere sein Handy oder so. Da findet man definitiv mehr heraus, als wenn ich ihn z.B. foltern w&#252;rde. Dieser geniale Plan w&#252;rde alles aufdecken! Ich w&#252;rde sein Logistiksystem durchschauen und meinen eigenen Weihnachtsmannservice gr&#252;nden k&#246;nnen! Meine Zukunft w&#228;re, trotz der gegenw&#228;rtigen miesen Ausbildungssituation, in Deutschland gesichert! Mama und Papa w&#228;ren stolz auf mich und w&#252;rden mir meinen Erstwagen finanzieren und mich nicht direkt mit 18 rauswerfen. Ja, das war der Plan. Und was soll ich sagen? Der Plan ging auf.<br \/>\nLeider steckte mein Vater unter der vermeintlichen &#8222;Maskerade&#8220;. Was f&#252;r eine Entt&#228;uschung. Er war noch nicht mal gro&#223;artig verkleidet, aber er hatte schon die Geschenke auf den Tisch gestellt &#8211; und nat&#252;rlich die Flasche nicht ignorieren k&#246;nnen. Da lag er nun, total weggetreten, aber wenigstens schnarchte er nicht. Dennoch will meine Mutter nun die Scheidung einreichen, weil sein Alkoholkonsum alarmierend wirkt. &#8222;Das Fest der Liebe kannst Du wohl nur besoffen ertragen!&#8220; schrie sie hysterisch, und ich &#252;berlegte, ihr vielleicht heimlich Beruhigungstabletten in den weihnachtlichen Kartoffelsalat zu geben.<br \/>\nDer Schu&#223; ging also nach hinten los. Doch m&#246;chte ich an dieser Stelle gerne mitteilen, was ich daraus lernte. Quasi eine klassische Moral, wie im M&#228;rchen: Lasst Magie bezaubern. Du musst nicht alles wissen, aber Du darfst alles essen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eigentlich bin ich unschuldig. Woher sollte ich auch ahnen, was mein Plan anrichten w&#252;rde? Doch fangen wir vorne an. Ich hatte die Nase voll und wollte endlich wissen, wer hinter dem Weihnachtsmann steckt. Bevor ich mein erstes Smartphone erhalten sollte, musste ich einfach das Geheimnis l&#252;ften. 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